Studien

Auswirkungen der Novelle der Düngeverordnung auf die Kompostanwendung in der Landwirtschaft 02.08.2016

Das Thünen-Institut hat auf Grundlage des veröffentlichten Entwurfes zur DüV-Novelle vom 16.12.2015 in der vorliegenden Studie alle für die landwirtschaftliche Verwertung relevanten Veränderungen gegenüber der derzeitig geltenden Verordnung analysiert. In weiteren Arbeitspaketen wurden Daten zum Kompostaufkommen und zur Kompostverwendung ausgewertet und einer regionalen Analyse hinsichtlich der Möglichkeiten einer zukünftigen landwirtschaftlichen Verwertung unterzogen. Abgerundet werden die Marktanalysen durch eine Befragung von Akteuren wie z. B. Kompostwerksbetreiber, Lohnunternehmern und Landwirten, die in der Verwertungskette eingebunden sind.

Die Autoren des Thünen-Instituts kommen zu dem Schluss, dass die Kompostanwendung in der Landwirtschaft für die Kompostwirtschaft in Deutschland die wichtigste Verwendungsart ist. Die landwirtschaftliche Verwendung stellt durch die Verwertung der Nährstoffe und die Humuserhaltung das Ziel der Kreislaufwirtschaft durch stoffliche Weiterverwertung sicher. Für die deutsche Landwirtschaft spielt die Kompostanwendung in Hinblick auf die gesamte sektorale Nährstoffzufuhr und Humusreproduktion nur eine untergeordnete Rolle. Gleichwohl kommt der Kompostanwendung eine wichtige Funktion für Humuserhaltung und -aufbau in landwirtschaftlichen Betrieben mit humuszehrenden Fruchtfolgen und auf Böden mit geringen Humusgehalten und damit für die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit zu. Die Novelle der Düngeverordnung betrifft auch die Kompostanwendung in der Landwirtschaft und kann diese stark einschränken. Drei Regelungskomplexe sind besonders betroffen und werden auch von den befragten Unternehmen der Kompostwirtschaft als Problembereiche angesehen:

  • Künftige Anrechnung des Kompost-Stickstoffs im Nährstoffvergleich.
  • Vollständige Einbeziehung des Kompost-Stickstoffs in die N-Ausbringungsobergrenzen von 170 kg N/ha und Jahr für organische Düngemittel und Beschränkung der P-Düngung.
  • Sperrfristen für die Kompostausbringung im Winter und Verbot der Ausbringung auf unbewachsenen, gefrorenen Boden.

Die Kompostanwendung in der Landwirtschaft dient in erster Linie der Bodenverbesserung. Der Stickstoff in Komposten liegt zum überwiegenden Teil in organisch gebundener, nicht pflanzenverfügbarer Form vor. Komposte unterscheiden sich in dieser Hinsicht deutlich von vielen anderen organischen Düngern.

Aufgrund der genannten Eigenschaften des in Komposten enthaltenen Stickstoffs ergeben sich Probleme bei der Bewertung von Komposten in der Düngeplanung, der Berechnung von Nährstoffvergleichen und bei der Bemessung von Ausbringungsobergrenzen für Stickstoff aus organischen Düngern.

Unter fachlichen Aspekten sind die in der DüV-Novelle geplanten Berechnungen und Bewertungen für Komposte nicht gerechtfertigt. Diese Fehlbewertung könnte dazu führen, dass die Verwertung von Komposten in der Landwirtschaft zukünftig deutlich behindert wird. Zwangsläufig wären damit erhebliche Kostensteigerungen bei der landwirtschaftlichen Kompostverwertung verbunden.  

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Gutachten: Rahmenbedingungen für den nachhaltigen Einsatz von Kompost unter den Vorgaben der geplanten Novellierung der Düngeverordnung

10.11.2015

im aktuellen Entwurf der Düngeverordnung wird die Stickstoffwirkung von Komposten nicht fachgerecht bewertet und bilanziert. Dies kann zu erheblichen Schwierigkeiten bei der Stickstoffbilanzierung nach den düngerechtlichen Vorgaben führen, obwohl die Gefahr einer Überdüngung oder Gefährdung des Grundwassers durch praxisübliche Kompostgaben nicht gegeben ist.

Zur Verdeutlichung der Sachverhalte hat der VHE die ahu AG mit der Erstellung des angefügten Gutachtens „Rahmenbedingungen für den nachhaltigen Einsatz von Kompost unter den Vorgaben der geplanten Novellierung der Düngeverordnung“ beauftragt. Die Autoren des Gutachtens kommen aufgrund einer umfassenden Literaturauswertung zu dem Schluss, dass das Potential der Nitratfreisetzung aus Komposten unter Einhaltung der guten fachlichen Praxis als äußerst gering eingestuft werden kann.

Die ahu AG sieht durch die Regelungen des Entwurfes der Düngevordnung die praxisübliche Kompostanwendung erheblich gefährdet. Sie empfiehlt im Rahmen der Novellierung der Düngeverordnung eine entsprechende Berücksichtigung der Humusversorgung der Böden bei der Ausbringung von Humusdüngern, die durch einen hohen Anteil an stabilem Humus-C als auch organisch gebundenem N mit sehr geringen N-Mineralisationsraten gekennzeichnet sind.

Langfassung des Gutachtens: Download (1 MB)
Kurzfassung des Gutachtens: Download (0,5 MB)

Calculation of Contaminat Accumulation in Soil Due to Long Term Application

01.04.2015

Die VHE/AHU-Studie "Frachtenberechnung für die Kompostanwendung" (siehe unter 24.01.2012) wurde mit freundlicher Unterstützung des ECN - European Compost Network ins Englische übersetzt.

Die ahu AG erstellte im Auftrag des VHE die Studie zur Ermittlung von Schadstofffrachten bei der Kompostanwendung. Bei diesen Berechnungen werden auch die ca. 50% mineralischen Bestandteile im Kompost berücksichtigt. Im Ergebnis zeigt sich, dass bei langfristigen Kompostgaben die theoretischen Veränderungen der Schwermetallkonzentrationen im Boden gegenüber herkömmlichen Berechnungsansätzen deutlich geringer ausfallen. Die Autoren weisen durch mathematische Ableitungen nach, dass bei höheren Schwermetallgehalten im Boden durch Kompostgaben sogar Abreicherungen der Schwermetallkonzentrationen möglich werden.

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Muster-Satzungsregelungen zur getrennten Sammlung und Verwertung von Bioabfällen

14.02.2014

Nach Maßgabe des § 11 Abs. 1 Kreislaufwirtschaftsgesetzes haben die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger Bioabfälle getrennt zu sammeln. Diese Vorgabe erfordert bei vielen öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern die Anpassung ihrer Abfallsatzungen. 

Der VHE hat Muster-Satzungsbausteine erarbeitet, die den öffentlich-rechtlichen Körperschaften bei der Förderung der getrennten Sammlung von Bioabfällen helfen sollen.

Die Satzungsregelungen berücksichtigen folgende Vorgaben:

  • Die weitgehenden gesetzliche Bioabfalldefinition des KrWG

  • Pflicht zu Getrennthaltung der Bioabfälle; Verbot der Entsorgung von Bioabfall in den Restmüll

  • Erfassung des Bioguts mittels Biotonne mit ausreichendem Gefäßvolumen

  • Erfassung des Grünguts durch Hol- und Bringsysteme

  • Regelung der Eigenkompostierung, wobei eine Mindestnutzgartengröße für die Verwertung des Kompostes vorgegeben wird

  • Abfallgebühr als Einheitsgebühr ohne zusätzliche Gebührenbelastung der Biotonnennutzer, Eigenkompostierer ohne Biotonne erhalten einen Gebührenabschlag

Im VHE-Papier werden weiterhin die aktuellen Muster-Satzungsregelungen der kommunalen Spitzenverbände dokumentiert und kritisch kommentiert.

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Studie zur Umsetzung der Pflicht zur Getrenntsammlung von Bioabfällen nach § 11 KrWG liegt vor.

21.09.2012

Nach dem am 1. Juni 2012 in Kraft getretenen Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) müssen biologische Abfälle spätestens bis zum 1. Januar 2015 getrennt gesammelt werden. Der VHE und die Bundesgütegemeinschaft Kompost e. V. (BGK) haben in einer Studie den Inhalt, die Reichweite und die Verbindlichkeit dieser Vorschrift des § 11 KrWG untersuchen lassen. Dazu werden die einzelnen Bestimmungen des § 11 Absatz 1 zur getrennten Sammlung systematisch analysiert und kommentiert. Öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger, Abfallbehörden und Entscheidungsträger erhalten hier Antworten auf häufige Fragen. Auch für die aktuelle Diskussion um die Erarbeitung einer Rechtsverordnung zur Festlegung von Anforderungen an die getrennte Sammlung von Bioabfällen gem. § 11 Absatz 2 Nr. 2 KrWG bietet die Studie wertvolle Hinweise.

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Bio- und Grünguterfassung in Deutschland – Kartenmäßige Darstellung der kommunal erfassten Mengen an Bioabfällen in Bezug zur Einwohnerdichte.

22.04.2012

Der VHE hat die verfügbaren Daten zur Bioabfallerfassung der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger zusammengestellt und grafisch in Bezug zur Einwohnerdichte in Kartenform dargestellt. Im Ergebnis ist eine umfassende Dokumentation über den Stand der Bioabfallerfassung in Deutschland entstanden. Für jedes Bundesland und die gesamte Bundesrepublik wurden die Daten getrennt für Biogut, Grüngut und die Summe aus Bio- und Grüngut dargestellt. Die Erläuterungen einschließlich Kartenmaterial können Sie hier herunterladen.

Handbuch Bio- und Grünguterfassung in Deutschland (PDF 5,4 MB)

Erfasste Biogutmenge in Bezug zur Einwohnerdichte (PDF 3,9 MB)

Summe der erfassten Bio- und Grüngutmengen in Bezug zur Einwohnerdichte (PDF 4,2 MB) 

Erfasste Grüngutmenge in Bezug zur Einwohnerdichte (PDF 4,0 MB)

Die Karte auf Seite 45 „Summe der erfassten Bio- und Grüngutmengen in Bezug zur Einwohnerdichte“ kann beim VHE auf Anfrage als DIN-A1 Poster bezogen werden. Ansonsten kann sie hier im DIN-A3 Format heruntergeladen und ausgedruckt werden.

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Frachtenberechnung für die Kompostanwendung

24.01.2012

Die ahu AG erstellte im Auftrag des VHE eine Studie zur Ermittlung von Schadstofffrachten bei der Kompostanwendung. Bei diesen Berechnungen werden auch die ca. 50 % mineralischen Bestandteile im Kompost berücksichtigt. Im Ergebnis zeigt sich, dass bei langfristigen Kompostgaben die theoretische Veränderungen der Schwermetallkonzentration im Boden gegenüber herkömmlichen Berechnungsansätzen deutlich geringer ausfallen. Die Autoren weisen durch mathematische Ableitungen nach, dass bei höheren Schwermetallgehalten im Boden durch Kompostgaben sogar Abreicherungen der Schwermetallkonzentrationen möglich werden.

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Bioabfallsammlung in NRW

18.09.2011

Das Landesabfallgesetz Nordrhein-Westfalen fordert die flächendeckende, getrennte Erfassung und Verwertung der biogenen Abfälle ein. Die Umsetzung der rechtlichen Vorgaben geschieht in Nordrhein-Westfalen auf recht unterschiedlichem Niveau. Während in einigen Kreisen über 200 kg/Einwohner und Jahr erfasst werden, liegt dieser Wert in anderen Kommunen NRWs deutlich unter 50 kg. Der VHE hat für NRW in Karten dargestellt, welche Kommunen ihren Bürgern eine Biotonne grundsätzlich anbieten. Ferner werden die erfassten Mengen an Biogut sowie Grüngut in Abhängigkeit von der Einwohnerdichte dargestellt. Anhand der Darstellungen ist zu erkennen, dass in NRW noch deutlich größere Mengen an Bioabfällen abgeschöpft und verwertet werden könnten.

Gemeindekarte_Biogut_04_02_2011 (PDF 4,0 MB)

Kreiskarte_BioGruengut_04_02 (PDF 3,3 MB)

Kreiskarte_Biogutmengen_04_02 (PDF 3,2 MB)

Kreiskarte_Gruengut_04_02 (PDF 3,4 MB)

Einführung und Optimierung der getrennten Sammlung zur Nutzbarmachung von Bioabfällen

01.06.2009

Bis zu 3 Mio. t Bioabfälle können in der Bundesrepublik Deutschland zusätzlich erfasst und verwertet werden. Diese Aussage trifft das Handbuch „Einführung und Optimierung der getrennten Sammlung zur Nutzbarmachung von Bioabfällen“, das der VHE gemeinsam mit der Bundesgütegemeinschaft Kompost e. V. (BGK) herausgebracht hat. Das 71 Seiten umfassende Handbuch richtet sich an öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger, Abfallbehörden, Entscheidungsträger, Planer und Entsorgungsunternehmen. Es bietet eine fachlich detaillierte Übersicht über alle grundlegenden Aspekte und Rahmenbedingungen der getrennten Bioabfallerfassung. Ziel der Zusammenstellung ist es, die Möglichkeiten und Grenzen der getrennten Erfassung aufzuzeigen und die Rahmenbedingungen zu konkretisieren, unter denen die getrennte Sammlung und Verwertung erfolgreich ist

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Nachhaltige Kompostanwendung in der Landwirtschaft

19.06.2008

Im Abschlussbericht des vom VHE geförderten Projekts zum Thema „Nachhaltige Kompostanwendung in der Landwirtschaft“ werden langjährige Kompostanwendungsversuche im Großraum Baden-Württemberg ausgewertet. Vorrangiges Ziel der Versuche war es eine objektive und wissenschaftlich fundierte Prüfung der pflanzenbaulichen und ökologischen Aspekte der Kompostverwertung unter realen Praxisbedingungen in einem ganzheitlichen Projektansatz durchzuführen. Es handelt sich hierbei um das Nachfolgeprojekt des Verbund- Forschungsprojektes der Deutschen Bundesstiftung Umwelt von 2000 - 2002. Die Projektbearbeitung erfolgte beim Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg, Karlsruhe, des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg.

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Ökologisches Leistungsprofil von Verfahren zur Behandlung von biogenen Reststoffen

25.05.2008

Die energetische Verwertung von Bioabfällen ist nicht in der Lage, einen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Ihre professionelle Kompostierung nach Getrenntsammlung mit anschließender landwirtschaftlicher Nutzung des Kompostes zur Düngung und Bodenerneuerung gibt dagegen eine vorsorgliche Antwort für die nicht minder relevanten ökologischen Themen der Biodiversität, der Bodenfruchtbarkeit, des Schutzes der Böden gegen Erosion und Schadstoffeinträge. Die EPEA (Environmental Protection Encouragement Agency) hat einen Kompass entwickelt, der die ökologische Leistung von Verfahren zur Behandlung von biogenen Reststoffen vergleichbar macht.

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Studie zu den Satzungsregelungen der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger

03.06.2007

In der Studie sind Musterformulierungen zur Erfassung und Verwertung von Bioabfällen für Abfallsatzungen zusammengestellt. Der Ausarbeitung werden die Rechtslage in Nordrhein-Westfalen sowie die von den kommunalen Spitzenverbänden erarbeiteten Mustersatzungen (Landkreistag NRW 2002; Städte- und Gemeindebund NRW 2006) zu Grunde gelegt. Es wird diskutiert was über die Biotonne entsorgt werden darf und welche Einschränkungen und Maßgaben sinnvoll bzw. unnötig sind.

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Kostenbetrachtung für die separate Bioabfallsammlung
und -behandlung

23.06.2006

Die im Auftrag des VHE von der INFA – Institut für Abfall, Abwasser und Infrastruktur-Management GmbH - durchgeführte Kostenbetrachtung soll Aufschluss über das Kosteneinsparungspotential bei einer konsequent durchgeführten getrennten Bioabfallsammlung liefern. Die Modellrechnung erfolgte für die Varianten „mit Biotonne“ und „ohne Biotonne“ sowohl in städtischen als auch ländlichen Strukturen mit den typischen abfallspezifischen Randbedingungen. Es wurden modellhaft angesetzte Durchschnittswerte der Marktpreise zu Grunde gelegt, wobei die Differenz zwischen den Bio- und Restabfallbehandlungskosten für den Vergleich entscheidend waren.

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