• Torf
    Definition: Torf wird nach DIN 11 540 (April 1989) als meist holozänes (nacheiszeitliches) organogenes Gestein (Biolith) mit einem Masseanteil von mind. 30 Gew. % organischer Substanz in der Trockenmasse bezeichnet. Die organische Komponente besteht aus pflanzlichen Resten und kolloidalen Humusstoffen in wechselnden Anteilen.

  • Torfmoose
    sind natürliche Wasserspeicher. Lebende Torfmoose nehmen, bezogen auf ihr Trockengewicht das 15 - 30-fache an Wasser auf. Abgestorbene Torfmoose verlieren diese Eigenschaft nicht vollständig. Auch sie nehmen noch das 4- bis 14-fache des Eigengewichtes bezogen auf die Trockensubstanz auf.

  • Weißtorf
    In der Nachwärmezeit ab 600 v. Chr. (im Anschluß an die Schwarztorfbildung) sind die Pflanzenreste nicht mehr so stark zersetzt worden. Dieser wenig bis mäßig zersetzte Weißtorf liegt über der Schwarztorfschicht.

  • Schwarztorf
    Nacheiszeitlich bildet sich der stark zersetzte Schwarztorf. Vor seiner Verwendung als Substratkomponente muss er mit hohem Wassergehalt durchgefroren sein. Dieser erdfeuchte, rieselfähige Torf ermöglicht Substraten in Topfmaschinen ein günstige Verdichtung.

Torf

Torf wird in Deutschland zu 85% in Blumenerden und Kultursubstraten für den Hobby- und Erwerbsgartenbau verarbeitet. Nur 15 % entfallen auf die Lieferung von Industrietorf für die Herstellung von Torfaktivkohle sowie auf die Versorgung von Moorbädern mit Badetorf. Für die Entwicklung der modernen Produktionstechniken im Gartenbau ist der nährstoffarme, saure Hochmoortorf von größter Bedeutung.

Er entsteht aus der arten- und nährstoffarmen Hochmoorvegetation (> 90 % Torfmoose, sphagnum ssp.). Aufgrund von Sauerstoffmangel durch Wasserüberschuss verlaufen die biochemischen Humifizierungsprozesse nur unvollständig die Pflanzen vertorfen. Der Zersetzungsgrad ist für die physikalischen Eigenschaften ausschlaggebend. Aus diesem Grund wird Torf in Humifizierungsgrade nach von Post von H 1 "wenig zersetzt" bis H 10 "stark zersetzt" nach DIN 11 540 unterteilt. Unterschieden wird dabei der wenig bis stark zersetzte Weißtorf (H1-H 6) und der stärker zersetzte Schwarztorf (H7-H10). Letzterer hat in den 80er Jahren durch seine Verwendung in Spezialerden (Preßtopferde, Traysubstrat) an Bedeutung gewonnen.