Düngewirksamkeit der Kernnährstoffe und ihre Anrechnung in der Düngebilanz
Maßgebend für die Bewertung in der Düngebilanz ist neben den Zufuhren die Düngewirksamkeit der Nährstoffe. Sie wird bei den Kernnährstoffen Phosphor, Kalium und Magnesium durch den Einfluss der Kompostgaben auf die löslichen, d.h. pflanzenverfügbaren Bodengehalte, die für die Düngewirkung entscheidend sind, bestimmt. Langjährige Kompost-Feldversuche haben dazu inzwischen belastbare Ergebnisse erbracht, die folgende Beurteilung ermöglichen (vgl. Tabelle).
Bewertungsmerkmale
| Kernnährstoffe | ||
Phosphor | Kalium | Magnesium | |
Pflanzenverfügbarkeit | hoch | mäßig | |
Lösliche Bodengehalte ohne Zufuhr | absinkend | stark absinkend | gering absinkend |
Lösliche Bodengehalte bleiben stabil bei Kompostgaben von | 20 - 30 t/ha TM im 3jährigen Turnus | geringe Reaktion auf Kompostgaben | |
Düngeeffizienz Kompost | hoch | gering | |
Anrechnung in der Düngebilanz | volle Anrechnung, dadurch meist begrenzender Faktor der Kompostgabe ! | mittelfristig | |
Phosphor- und Kaliumzufuhren sind bei Kompostanwendung gut pflanzenverfügbar und verfügen über eine hohe Düngeeffizienz. Mit regelmäßigen Kompostgaben in pflanzenbaulich optimaler Höhe (20 - 30 t/ha TM im 3jährigen Turnus) kann - das belegen die Langzeit-Versuche eindeutig - die Versorgung der Böden mit diesen essenziellen Nährstoffen stabil gehalten, d.h. ein Absinken der pflanzenverfügbaren Gehalte verhindert werden. Sie sind deshalb in der Düngebilanz voll düngewirksam anzurechnen. Damit können sie Grunddüngung ersetzen – ein wertvolles Einsparpotenzial!
Im Unterschied dazu werden die löslichen Magnesiumgehalte des Bodens durch Kompostgaben nur relativ gering beeinflusst. Trotz der geringeren Düngeeffizienz ist der hohe Positivsaldo an Magnesium nicht als Nachteil, sondern unter den Gesichtspunkten, dass er der permanenten Mg-Auswaschung aus dem Boden entgegenwirkt und der lösliche Mg-Anteil im Boden keinesfalls phytotoxische Grenzen erreichen kann, durchaus als Vorteil einzustufen.

