Humusbilanz

Mit pflanzenbaulich üblichen Kompostgaben werden dem Boden beträchtliche Mengen an organischer Substanz und damit an Kohlenstoff (C) zugeführt (vgl. Tabelle).

Besonders vorteilhaft: Die organische Kompostsubstanz verfügt über einen hohen Anteil an reproduktionswirksamem Kohlenstoff (Humus-C) von etwa 50 % des C-Gesamtanteiles, der für die Humusreproduktion des Bodens entscheidend ist.

 

Parameter

Zufuhren in t/ha bei Kompostgaben in t/ha alle drei Jahre

20 (TM1) = 30 – 35 (FM2)

30 (TM) = 45 – 50 (FM)

organischer Kohlenstoff

7,0 - 8,0

11 - 12

davon Kohlenstoff (C)

3,5 - 4,6

6,2 - 7,2

davon Humus-C3

1,8 - 2,3

3,2 - 3,

1TM-Trockenmasse
2FM - Frischmasse
3Humus-reproduzierbarer Kohlenstoffanteil des gesamten Kohlenstoffes

 

Die Zufuhren an organischer Substanz decken, wie die jährliche Kohlenstoffbilanz zeigt (vgl. Abbildung „Jährlicher Saldo ...“), den jährlichen Humusbedarf von Böden mit optimalen Humusgehalten (siehe Säule „optimal“) in der Regel problemlos.

Abbildung:
Jährlicher Bilanz aus Zufuhr an organischer Substanz durch Kompostgaben
und Humusbedarf von Böden: Mittelwerte, bezogen auf Kohlenstoff (C)

 



Kompostgaben:

mittel

20 t/ha TM

hoch

30 t/ha TM alle drei Jahre

Humusbedarf Boden:

mittel

z.B. Getreide-Fruchtfolge

hoch

z.B. Fruchtfolge Silomais/ Getreide

Humusversorgung Boden:

optimal

nur Ausgleich der Humusverluste

suboptimal

zur Sanierung zu niedriger Humusgehalte
erhöhte Zufuhr an org. Substanz notwendig


Die Zufuhr an Humus-C aus Kompostgaben übersteigt die Humusverluste des Bodens deutlich. Das heißt, die Gaben bewegen sich über den notwendigen Zufuhren für die einfache Humusreproduktion. Auch an Humus verarmte Böden mit zu niedrigen Humusgehalten (siehe Säule „suboptimal“) können durch hohe Kompostgaben saniert werden.


Ergebnis für die Pflanzenproduktion:
Mit pflanzenbaulich optimalen Kompostgaben von 20 – 30 t/ha TM im dreijährigen Turnus kann die Humusbilanz eindeutig positiv gestaltet, können die Humusgehalte bis in optimale Bereiche angehoben werden. Der Vorteil von Kompost besteht dabei darin, dass er auf Grund des hohen Anteiles an Humus-Cdie Humusbildung des Bodens stärker fördert als manche anderen organischen Dünger. Kompostgaben ermöglichen damit eine nachhaltige Humusanreicherung der Ackerböden. Sie sind deshalb vor allem in Betrieben mit hohem Humusbedarf (Marktfruchtbetriebe, Anbau von Energiepflanzen) eine wertvolle Alternative.