Dünge- und Kalkwirkung

Die mittleren Nährstoffzufuhren fallen bei üblichen Kompostgaben von 20 bzw. maximal 30 t/ha Trockenmasse entsprechend 30 – 35 bzw. 45 – 50 t/ha Frischmasse im dreijährigen Turnus im Mittel erheblich aus (vgl. Tabelle, Spalten 2 und 3).

 

Parameter

 

 

 

Zufuhren

Beurteilung der Bilanzen

Nährstoffe in kg/ha jährlich

Nährstoffbilanz1 bei Ernte-Entzügen2

mittel

hoch

bei Kompostgaben in t/ha TM im dreijährigen Turnus

20

30

20

30

20

30

1

2

3

4

5

6

7

Stickstoff N

80 - 100

130 - 150

(–) bis ÷

÷ bis (+)

= bis -

÷ bis (–)

Phosphor P2O5

40 - 50

60 - 70

(–) bis ÷

÷ bis (+)

- bis (–)

÷ bis (+)

Kalium K2O

70 - 80

110 - 120

(+) bis +

(+) bis ++

= bis –

(–) bis ÷

Magnesium MgO

50 - 60

65 - 75

+

++

+

++

Kalk in dt/ha jährlich

Kalkbilanz

BWS3 CaO

2,5 - 3,0

3,8 - 4,5

ausreichend zur Erhaltungskalkung

1Nährstoffbilanz: Ausgeglichen ÷  Positiv:   gering (+)  deutlich +  stark ++
                                                Negativ:  gering (–)  deutlich –  stark =
2Entzüge Ernteprodukte (ohne Stroh)  mittel –  z.B. Körnermais/ Winterweizen/ Wintergerste
                                                     hoch   – z.B. Silomais/ Winterweizen/ Wintergerste
3BWS - basisch wirksame Substanz (Kalk)

Sie führen, wie die mittleren Nährstoffbilanzen zeigen (vgl. Tabelle, Spalten 4 – 7) in Abhängigkeit von Höhe der Zufuhren und der Ernteentzüge (mittel oder hoch) bei Stickstoff überwiegend zu schwach negativen bis negativen Salden. Bei Phosphor sind sie meist ausgeglichen. Bei Kalium reicht die Spanne von Positivsalden (mittlere Entzüge) bis zu deutlich negativen Salden (hohe Entzüge). Der Magnesium-Saldo ist stets positiv, d.h. Komposte führen mehr Magnesium zu als entzogen wird.

Beachten: Um ausgeglichene Nährstoffsalden zu gewährleisten, sollten die Kompostgaben möglichst an den Nährstoffbedarf der Fruchtfolge und den Nährstoffversorgungsstufen des Bodens angepasst werden! Geringere Gaben sind vor allem dann erforderlich, wenn die Nährstoffversorgung der Böden schon hoch ausfällt (Versorgungsgruppen D und E).

Auch die Zufuhr an Kalk mit Kompost ist beträchtlich (vgl. Tabelle). Mittlere Gaben von 20 t/ha TM im 3jährigen Turnus können per Saldo den jährlichen Kalkverlust auf leichten Böden, hohe Gaben von 30 t/ha TM im 3jährigen Turnus auf jeden Fall den jährlichen Kalkbedarf mittlerer bis schwerer Böden decken, sofern deren pH-Werte nicht in suboptimale Bereiche abgesunken sind. Die Kalkzufuhren haben damit die Größenordnung einer Erhaltungskalkung, mit der gegebene pH-Werte im Boden stabil gehalten werden können. Für die Sanierung stark versauerter Böden reichen diese Zufuhren allerdings nicht aus.