Kompostarten - was ist zu beachten

In der Praxis werden die für die Landwirtschaft angebotenen Kompostarten häufig nach den Ausgangsstoffen und der Intensität der Rotte unterschieden. So werden überwiegend Komposte aus Grüngut (Garten- und Parkabfälle) und aus Biogut (Garten- und Küchenabfälle) zur Düngung und Bodenverbesserung angeboten. Sollten noch weitere zugelassene Bioabfälle verarbeitet worden so, so müssen die Ausgangsstoffe auf dem Warendeklartionsschein aufgeführt sein.

Im Rahmen der RAL-Gütesicherung werden Frisch- und Fertigkomposte unterschieden. Frischkompost ist hygienisierter, in intensiver Rotte befindlicher Kompost mit Rottegrad II oder III. Fertigkompost ist hygienisierter und biologisch stabilisierter Kompost mit Rottegrad IV oder V. In den Prüfzeugnissen der RAL Gütesicherung sind die Qualitätsmerkmale der jeweiligen Komposte ausgewiesen. Das Prüfzeugnis enthält unter anderem auch die verbindliche Warendeklaration.

Frischkomposte eignen sich vor allem für die Bodenverbesserung. Durch die besonders hohe Zufuhr an organischer Substanz, die zudem noch nicht vollständig verrottet ist, werden die Krümelstabilität und der Wasserhaushalt des Bodens nachhaltig verbessert. Die Nachrotte organischen Materials im Boden fördert besonders das Bodenleben, dass für alle Umsetzungsvorgänge entscheidend ist. Fertigkomposte, die praktisch vererdet sind, eignen sich neben der gleichfalls guten Humuswirkung vorrangig für die Düngung, weil sie bei gleichen Ausgangsmaterialien über höhere Nährstoffanteile verfügen.

Frischkompost
Rottegrad II oder III, Selbsterhitzung des Kompostes im Prüfgefäß auf 40 – 60 °C

Gut vor allem für Boden-Mikrobiologie

Aber: kann zeitweilig Stickstoff (N) binden
=> Gefahr der kurzfristigen N-Immobilisierung im Boden

Fertigkompost
Rottegrad IV oder V, Selbsterhitzung des Kompostes im Prüfgefäß auf 20 – 40 °C

Gut für Bodenphysik und Wasserhaushalt, liefert Dauerhumus

Vorteil: keine Nachteile