Spezialanwendungen

Für die Spezialanwendungen Gemüsebau, Baumschulen und Weinbau gelten die gleichen praktischen und rechtlichen Grundsätze, wie diese für die Landwirtschaft beschrieben sind.

Für Kultursubstrate sollte im Profibereich grundsätzlich keine reinen Kompostprodukte verwendet werden. Als Mischungskomponenten für Kultursubstrate jedoch sind vor allem Substratkomposte bestens geeignet. Die Herstellung sollte durch die darauf spezialisierten Erdenwerke erfolgen.

Gemüsebau

Der Gemüsebau zeichnet sich durch eine intensive Bodenbearbeitung und Bewässerung aus. Dadurch werden im Jahr ca. 2,5 bis 3,5 t TS pro Hektar an Bodenhumus abgebaut. Dies ist besonders nachteilig für die Bodenstruktur und die Wasserhaltefähigkeit des Bodens. Mangelnde Humusgehalte im Boden können insbesondere im Gemüsebau zu deutlichen Ertragseinbußen hinsichtlich Menge und Qualität führen.

Kompost ist hier ein geeigneter organischer Dünger, um die Humusversorgung der Anbauflächen aufrecht zu erhalten oder sogar weiter aufzubauen. Die mit dem Kompost ausgebrachten Mengen an Phosphor und Kalium sollten zu 100 % bei der Düngebilanzierung berücksichtigt werden. Darüber hinaus gleicht der Kompost die natürliche Kalkzehrung auf und versorgt den Boden mit Spurenelemente.

Der Stickstoff im Kompost ist nur zu einem geringen Anteil verfügbar und die Nachlieferung nur schwer abschätzbar. Von daher sollte bei der Bemessung der mineralischen Stickstoffdüngung auch die tatsächlichen pflanzenverfügbaren Gehalte im Boden ermittelt werden.

Baumschulen

Die Böden von Baumschulflächen werden durch intensive und tiefe Bodenbearbeitung stark beansprucht. Häufig geht damit ein starker Abbau von Humus einher, der durch Kompostgaben gut ausgeglichen werden kann.

Die Nährstoffentzüge der Baumschulpflanzen sind jedoch eher als gering einzustufen. Der Bedarf an Stickstoff, Phosphor und Kalium liegt in der Regel deutlich unter dem Niveau von landwirtschaftlichen Kulturen wie z.B. Getreide oder Hackfrüchte. Um eine Nährstoffüberfrachtung auf Baumschulflächen auszuschließen, sollten hier vorrangig nährstoffarme Komposte eingesetzt werden. Als grobe Orientierung können hier rd. 50 m³ eines nährstoffarmen Kompostes genannt werden, die alle fünf Jahre ausgebracht werden. Die genaue Gabe sollte aber nach dem Versorgungszustand des Bodens, den Entzügen sowie den Gehalten des Kompostes genau berechnet werden.

Durch den Vertrieb ballierter Baumschulware sind erhebliche Verluste an Bodenmaterial zu verzeichnen. Komposte enthalten zwar bezogen auf die Trockenmasse rd. 70 % Bodenmaterialien, sind jedoch aufgrund der relativ hohen Nährstoffgehalte nur bedingt als Bodenersatz verwendbar.

Weinbau

Im Weinbau wird die Humuswirkung von Komposten insbesondere in kargen und steilen Weinbergen geschätzt. Die Bemessung der optimalen Kompostgabe richtet sich neben dem Humusbedarf vor allem an die Nährstoffversorgung der Böden und den Entzügen durch die Weinrebe. Hier wirken häufig die mit dem Kompost ausgebrachten Nährstofffrachten

Oft werden Komposte auch zu Mulchzwecken in den Weinanbauflächen oberflächlich ausgebracht. Um hier Schichthöhen ausbringen zu können, die auch eine entsprechende Mulchwirkung entfalten können, sind hierzu insbesondere nährstoffarme Komposte zu verwenden.